Meine Arbeitsweise

Wenn man als Mensch psychische Probleme hat, oder in einer Lebenskrise steckt und sich dazu entscheidet professionelle Hilfe aufzusuchen, steht man oft vor einem weiteren Problem. Nämlich der Frage: Wer kann mir helfen und wer ist überhaupt kompetent und seriös?

Die Vielzahl pseudotherapeutischer Angebote und seriöser Therapieschulen lassen sich, meiner Meinung nach, auf eine überschaubare Zahl reduzieren, wenn man deren nachweisliche Wirksamkeit und effektiven Nutzen für psychische Erkrankungen betrachtet. Allen voran hat sicherlich die kognitive Verhaltenstherapie in den letzten Jahrzehnten ihre Wirksamkeit nachdrücklich unter Beweis gestellt. Keine andere Therapieschule hat ihre Methoden so kontinuierlich und wissenschaftlich überprüft wie die Verhaltenstherapie (VT). Dabei erzielte sie in der Behandlung der Angststörungen (Panikstörung mit und ohne Agoraphobie, Soziale Phobie, Zwangsstörungen etc.), Affektiven Störungen (Depressionen und Manien etc.) und Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge Eating etc.) besonders gute Effektstärken (Statistisches Maß der Effektivität einer Methode).

Darüber hinaus liegen einige Wirksamkeitsnachweise für die Tiefenpsychologie, die klärungsorientierte Gesprächspsychotherapie, systemische Therapie, EMDR und Gestalttherapie vor, die zwar wissenschaftlichen Anforderungen genügen, jedoch nicht an die Effektstärken der VT reichen.  Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht in den Chor der Verfechter der einzelnen Therapieschulen einstimmen, sondern vielmehr darauf eingehen, was für einen Menschen mit psychischen Problemen und Suche nach professioneller Hilfe wichtig ist. Sie sollten vorerst wissen, dass nur die (kognitive) Verhaltenstherapie, die Tiefenpsychologie und Psychoanalyse in Deutschland vom wissenschaftlichen Beirat als wirksam anerkannt wurden und somit von den gesetzlichen Krankenkassen als Therapieverfahren erstattet werden (mehr zu den einzelnen Therapieverfahren unter „Fragen und Antworten“). Des Weiteren sind für den Erfolg einer Psychotherapie Persönlichkeitsmerkmale von Therapeut und Patient, die therapeutische Beziehung sowie die Art der Problematik sicherlich fast ebenso wichtig wie die Frage, welche Methode angewandt wird. 

Ich möchte an dieser Stelle meinen Ansatz erläutern und Ihnen vorstellen, wie ich arbeite und Psychotherapie verstehe. Ich orientiere mich in meinem Ansatz an der Forderung des leider bereits verstorbenen Berner Professors Klaus Grawe. Dieser postulierte eine so genannte „Psychologische Psychotherapie“. Gemeint war eine Psychotherapie, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, jedoch therapieschulenübergreifend praktiziert. 
Auch ich möchte Ihnen eine moderne Therapie anbieten, die auf dem aktuellen Stand der Therapieforschung beruht. Dabei basieren viele meiner Behandlungskonzepte auf verhaltenstherapeutischen Erkenntnissen, letztendlich orientiere ich mich aber an individuellen Störungsmodellen, die ich mit jedem einzelnen Klienten zusammen erstelle. Erst dann bespreche ich mit meinem Klienten das weitere Vorgehen und entscheide individuell über die bestmögliche Methode. 

Dabei greife ich nicht nur auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie wie Konfrontationsverfahren bei Ängsten zurück, sondern auch auf Methoden klärungs-, lösungs- und bewältigungsorientierter Verfahren zurück. Die damit verbundenen Interventionen beziehe ich aus tiefenpsychologischen, systemischen, gesprächspsychotherapeutischen und kognitiven Ansätzen. Darüber hinaus biete ich Ihnen, auf Wunsch, auch Methoden der achtsamkeits- und akzeptanzbasierten Ansätze an, um auch einem Bedürfnis nach ganzheitlichen Vorgehen gerecht zu werden. Um eine möglichst effektive und wirksame Therapie anbieten zu können, orientiere ich mich an den von Grawe postulierten Wirkfaktoren der Psychotherapie:

1. Ressourcenaktivierung (gemeint ist die Nutzung der Stärken des Klienten und seines sozialen Umfelds) 

2. Problemaktualisierung (Die Schwierigkeiten des Klienten müssen in der Therapie real erlebt werden, um Veränderungen zu ermöglichen) 

3. Aktive Hilfe zur Problembewältigung (Die aktive Vermittlung und Einübung von neuen Bewältigungsstrategien gegenüber den bestehenden Problemen) 

4. Klärung von Problemen (Die Förderung von Einsichten und Verstehen der eigenen Person und Probleme) Sowie die kontinuierliche Berücksichtigung der therapeutischen Beziehung und der Sozialbeziehungen des Klienten.

Ich bin der Überzeugung, dass ein moderner und professionell arbeitender Psychotherapeut seinen eigenen therapeutischen Horizont kontinuierlich erweitern muss, weshalb ich permanente Weiterbildung als wichtigen Bestandteil meiner Arbeit begreife. Zudem gehören begleitende Supervision und Selbsterfahrung zu meinem therapeutischen Selbstverständnis. Zur Überprüfung der Qualität meiner Therapieangebote evaluiere (bewerte) ich den therapeutischen Prozess durch kontinuierliche Verwendung von Fragebögen und Zielüberprüfungsskalen. Letztendlich verstehe ich mich aber nicht nur als einen professionellen Dienstleister moderner Psychotherapie, sondern auch als Begleiter in schwierigen Lebensphasen, in denen Einfühlungsvermögen und zwischenmenschliche Kompetenz den gleichen Stellenwert haben, wie direktive und aktive Hilfe zur Selbsthilfe.